In den letzten Jahren wurden Wälder aufgrund von Kalamitäten stark geschädigt. Zukünftig ist mit einem Anstieg in Häufigkeit und Intensität zu rechnen. Infolgedessen müssen große Flächen wiederbewaldet werden. Dies bietet die Möglichkeit, resiliente Wälder zu begründen. Dennoch werden Forstbetriebe vor großen Herausforderungen, wie beispielsweise begrenzte finanzielle Mittel für die Wiederbewaldung, gestellt. Eine Alternative zur Wiederbewaldung durch Pflanzung ist die aktive und strategische Übernahme von Naturverjüngung früh-sukzessionaler Baumarten wie der Birke. Zur Quantifizierung potenzieller ökologisch-ökonomischer Trade-offs solcher Entscheidungen, eigenen sich bio-ökonomische Modelle. In den aktuellen Modellen für Deutschland fehlen jedoch früh-sukzessionale Baumarten. Erfahrungen mit großflächig übernommener Birkennaturverjüngung fehlen weitgehend für Deutschland. Im Gegensatz dazu ist die Birke in Finnland eine der wichtigsten Holzarten. Finnland hat umfangreiche Erfahrungen und Daten zur Verjüngung und Bewirtschaftung von Birke. Mithilfe dessen soll das derzeit verfügbare Modell verbessert werden, indem realitätsnähere Wiederbewaldungsszenarien mit Sukzessionsbaumarten erstellt und das Modell von der Bestandes- auf die Betriebsebene angehoben wird.
Aufgrund der großflächigen Schadereignisse in den letzten Jahren, wurden Wälder stark geschädigt. Dies zieht eine große Waldfläche, die wiederbewaldet werden muss, nach sich. Dies wiederum ermöglicht es, resiliente Wälder zu begründen. Dennoch können durch die Wiederbewaldung hohe Kosten entstehen. Eine Alternative, um Kosten zu reduzieren und mögliche Liquiditätsprobleme zu minimieren, ist die Wiederbewaldung mittels Naturverjüngung anstatt durch Pflanzung. In Deutschland wird die Wiederbewaldung mittels Naturverjüngung aus früh-sukzessionalen Baumarten wie der Birke oder Eberesche, bisher jedoch wenig berücksichtigt.
Die Short-Term Scientific Mission hat mir die Möglichkeit gegeben, Themen bezüglich Ökologie und Bewirtschaftung von Birke in Finnland zu diskutieren. Da Birke eine der Hauptbaumarten in Finnland ist, verfügen sie diesbezüglich über große Erfahrungen. Dies hat zum besseren Verständnis und Integration von Birke als früh-sukzessionelle Baumart in die Wiederbewaldungsszenarien meines bio-ökonomischen Simulationsmodells beigetragen. Während meines Aufenthaltes, habe ich damit begonnen, das Modell von Bestands- auf Betriebsebene zu erweitern. In persönlichen Treffen konnte ich verschiedene methodische Ansätze und deren Eignung zur Beantwortung der Forschungsfrage mit den dortigen Experten für Umweltökonomie besprechen. Dies hat dazu beigetragen meinen eigenen Lernprozess zu beschleunigen und den richtigen methodischen Ansatz zu finden.
Während meines Austausches hatte ich die Möglichkeit zwei Forschungsgruppen des Natural Resource Institute Finland (LUKE) kennenzulernen. Beide Gruppen haben mich herzlich aufgenommen und ich wurde in den dort bestehenden Forschungsalltag integriert. Während meines Aufenthaltes konnte ich an LUKE internen Seminaren teilnehmen, auf denen die Wissenschaftler*innen ihre eigene Forschung vorgestellt und diskutiert haben. Dies gab mir einen sehr guten Überblick über deren aktuelle Forschung und möglichen Synergien mit meinen Forschungsschwerpunkten. Mir wurde zudem die Möglichkeit gegeben, meine eigenen Forschungsergebnisse vorzustellen und wertvolles Feedback zu bekommen. In mehreren persönlichen Treffen konnte ich meine Forschungsansätze noch detaillierter diskutieren. Der Austausch hat es mir ermöglicht Themen bezüglich Forstökonomie und -ökologie zu besprechen und mein persönliches Netzwerk zu erweitern.
Die Short-Term Scientific Mission wurde vom Kompetenzzentrum Landschaftsresilienz professionell organisiert, was einen reibungslosen Ablauf garantiert hat. Hierdurch war der Antragsprozess unkompliziert. Nach positiver Rückmeldung, wurde vom Kompetenzzentrum Landschaftsresilienz sichergestellt, dass alle administrativen Angelegenheiten bezüglich der STSM klar waren. Im weiteren Verlauf aufkommende Fragen wurden umgehend beantwortet.
In Helsinki vor dem LUKE Gebäude
Wandern im Nuuksio Nationalpark
Waldbestand in Finnland.
Waldbestand in Finnland.
Leona Ottens Short-Term Scientific Missions
2026Erholung deutscher Wälder mittels früh-sukzessionaler Baumarten – mögliche Lehren aus Finnland
Exkurs: Finnland
Abschlussbericht
Hintergrund und Forschungsansatz
Daher haben wir die ökonomischen Konsequenzen, die durch die Übernahme von Naturverjüngung früh-sukzessionaler Baumarten entstehen, bewertet. Hierzu haben wir ein bio-ökonomisches Simulationsmodell entwickelt, welches Risiken durch Kalamiten und Marktfluktuationen integriert.
Neben dieser Betrachtung auf Bestandesebene, bedarf es aber auch einer Betrachtung auf Betriebsebene. Hierfür soll das bereits bestehende bio-ökonomische Simulationsmodell erweitert werden. Somit können wir die Flächenallokation verschiedener Wiederbewaldungsszenarien unter ökonomischen Zielsetzungen und verschiedenen Restriktionen, wie z.B. Liquiditätsrestriktionen, optimieren. Dabei interessiert uns insbesondere, wie die Übernahme von früh-sukzessionalen Baumarten beeinflusst wird.
Rolle der Short-Term Scientific Mission
Wissenschaftlicher Austausch und Integration
Organisation, Rahmenbedingungen und Ausblick
Die STSM hat eine enge Zusammenarbeit mit LUKE’s Experten ermöglicht. In reinen Online-Treffen wäre diese intensive Zusammenarbeit nicht möglich gewesen. Die Ergebnisse des Austausches werden in eine gemeinsame Publikation einfließen.
Fotos
Fotografennachweis: Leona Ottens
Highlights
KONTAKT
E-Mail: leona.ottens@uni-goettingen.de
Tel. +49-551-39-26765