Neugigkeiten Prof. Dr. Martínez

[13.04.2026]

EU-Wiederherstellungsverordnung: Rechtssichere Entschädigungsmodelle Eine juristische Analyse der Kompensationsmechanismen für Landeigentümer
Vortrag durch Prof. Dr. José Martínez


Am 13. März 2026 hielt Prof. Dr. José Martínez am Thünen Institut Braunschweig einen Vortrag zum Thema: EU-Wiederherstellungsverordnung: Rechtssichere Entschädigungsmodelle Eine juristische Analyse der Kompensationsmechanismen für Landeigentümer.


[20.3.2026]

1. Regionalkonferenz des Niedersächsischen Fischereidialogs
Moderation durch Prof. Dr. José Martínez

 

Am Freitag den 20. März 2026 moderierte Prof. Dr. José Martínez die 1. Regionalkonferenz des Niedersächsischen Fischereidialogs.

Im Mittelpunkt standen die Vorstellung des Fachkonzepts mit dem „Suchraum“ für fischereifreie Gebiete sowie die naturschutzfachlichen und sozioökonomischen Grundlagen.

Die zahlreichen Hinweise aus der Diskussion und den Kartenabgaben fließen nun in die Abwägung und Überarbeitung des Fachkonzepts ein.
Schriftliche Stellungnahmen sind bis zum 4. Mai 2026 willkommen. Weitere regionale Termine folgen; anschließend ist die Vorlage des überarbeiteten Fachkonzepts mit Vorschlag zur Gebietsauswahl geplant.
Vielen Dank an alle Teilnehmenden aus Fischereibetrieben, Erzeugerorganisationen, den Hafenkommunen, Verbänden und Fachbehörden für den konstruktiven Austausch.


[19.03.2026]

Neue Ansätze der Landregulierung
Deutsch-maltesischer Dialogforum in Göttingen


Am 19. März 2026 besuchte der Direktor der Landwirtschaftsabteilung im maltesischen Department of Rural Affairs, Herr Marco Dimech, das Institut zu einem Workshop zu neuen Ansätzen der Landregulierung. Ziel des Treffens war es, deutsche und maltesische Expert:innen zusammenzubringen, um aus vergleichender Perspektive den Umgang mit landwirtschaftlichen Flächen zu diskutieren – einem zentralen Thema, das sowohl Malta als auch Deutschland vor Herausforderungen wie Klimawandel, Urbanisierung und nachhaltige Landnutzung stellt.

Malta als Inselstaat bietet einzigartige Einblicke in die Bewältigung von Flächenknappheit und integrierter Raumplanung, während Deutschlands föderale Strukturen reichhaltige Erfahrungen mit strukturellen Schutzmechanismen bieten.

Die Diskussion konzentrierte sich auf folgende Schwerpunkte:

  • Innovative Instrumente zur Vermeidung von Flächenfragmentierung und zur Unterstützung aktiver Landwirtschaft
  • Lernchancen aus dem Vergleich: Von maltesischen Strategien zur Erhaltung landwirtschaftlicher Flächen bis hin zu Deutschland’s Grundstücksverkehrsrecht
  • Perspektiven für zukünftige Kooperationen in Forschung, politischem Dialog und Fachwissenstransfer

 

Herr Dimech betonte: „Land ist nicht nur eine Ressource – es ist die Grundlage für Ernährungssicherheit, kulturelle Identität und ökologische Balance.“ Diese Aussage prägte die Diskussion und fand breite Zustimmung bei unseren Göttinger Kolleg:innen – insbesondere bei Dekan Prof. Paulus, der die Anwendbarkeit maltesischer Ansätze für europäische Lösungsstrategien hervorhob.

Die Strategien Maltas zur Balance zwischen Entwicklung und Landerhaltung gelten als Meilenstein einer pragmatischen, zukunftsorientierten Politik. Ich freue mich darauf, diese Ideen gemeinsam weiterzuentwickeln.

 

Ein herzlicher Dank gilt Herrn Dimech für seine präzise und inspirierende Präsentation, unserem Göttinger Team für die exzellente Organisation sowie allen Teilnehmenden für ihre engagierte und sachkundige Diskussion. Besonderer Dank geht an Anna Kiermeier aus München, die per Online-Verbindung wesentlich zur Bereicherung der Gespräche beigetragen hat.

Herr Prof. Dr. José Martinez wird am 17. April 2026 an einer Konferenz mit demselben Thema in La Valetta teilnehmen.


[03.03.2026]

Das Problem liegt in Berlin
Prof. Dr. Dr. Martínez im Interview mit der AGRA Europe


Im Interview mit der 
AGRA Europe kritisiert Prof. Dr. Martínez eine Agrarpolitik, die lediglich reagiert und keine langen Linien aufzeigt. Paradebeispiel sei die Düngepolitik.

Voraussetzung für eine langfristig tragfähige Agrarpolitik sei gesellschaftliche Akzeptanz. Mit der Borchert-Kommission und der Zukunftskommission Landwirtschaft gebe es zwei Beispiele, die diesen Ansatz verfolgt haben. Deren Empfehlungen seien weiter relevant. Eine Aufnahme der „Ernäh-
rungssicherheit“ als Staatsziel im Grundgesetz hat Martínez zufolge weitreichende Konsequenzen für die Rechtsprechung, die Verwaltung und
die Gesetzgebung. Orientierung könnte ein modernes Landwirtschaftsgesetz schaffen.




Vielen Dank an Rainer Münch für das Interview.
Sie können es hier in voller Länge nachlesen.


[05.02.2026]

Düngerecht: Deutschland steuert auf die nächste rechtliche Eskalation zu
Prof. Dr. Dr. Martínez im Interview mit Table.Briefings

Im Interview mit Table.Briefings macht Prof. Dr. Martínez deutlich:
Die derzeitige Untätigkeit im Düngerecht birgt erhebliche rechtliche Risiken – für den Bund, für die Länder und letztlich für die Landwirtschaft.
  •  Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts sind die verschärften Auflagen in den roten Gebieten faktisch nicht mehr vollziehbar.
  • Gleichzeitig bestehen europarechtliche Verpflichtungen, die Deutschland weiterhin binden. 
  • Ohne eine schnelle und rechtssichere Neuregelung droht ein erneutes Vertragsverletzungsverfahren der EU – mit möglichen Millionenstrafen pro Tag.
Besonders problematisch ist:
Politische Aussagen, die den Eindruck erwecken, die Ausweisung der roten Gebiete sei verzichtbar, können rechtlich genau das Gegenteil bewirken – nämlich eine Ausweitung der Düngebeschränkungen auf ganze Grundwasserkörper (§ 13a Abs. 4 DüV).

Was jetzt gebraucht wird, ist kein politisches Wegducken, sondern:
- eine kurzfristige Übergangslösung zur Wiederherstellung von Rechtssicherheit
- und parallel eine tragfähige, verfassungs‑ und europarechtskonforme Neuregelung des Düngerechts.

Rechtsunsicherheit hilft weder dem Gewässerschutz noch den Landwirten.
Sie erhöht am Ende nur die Kosten – rechtlich, ökologisch und politisch.

Vielen Dank an Cornelia Meyer für das Interview.
Sie können es hier in voller Länge nachlesen (Paywall).